Mehr als IQ. Ein Urteilsvermögen zu besitzen bedeutet, gute Entscheidungen zu treffen.

Einige Menschen haben ein besseres Urteilsvermögen als andere. Doch wodurch unterscheiden sie sich? Man könnte annehmen, dass es an der Intelligenz liegt, doch warum werden dann ständig schlechte Entscheidungen von so vielen intelligenten Menschen getroffen?

Hogan war leistete Pionierarbeit, indem die kognitiven Fähigkeiten, die helle und die Schattenseite der Persönlichkeit und Werte miteinander kombiniert wurden. So besteht der Hogan-Urteilstest aus: zwei kurzen Messverfahren, bei denen verbales und numerisches Denken abgefragt wird; drei unabhängigen Skalen zur Messung nicht-kognitiver Attribute, die die Art und Weise beeinflussen, wie Personen Entscheidungen treffen; und schließlich einem Testverfahren zur Erfassung der Reaktionen im Anschluss an Entscheidungen, wozu auch der Umgang mit negativem Feedback zählt.

Zu einem guten Urteilsvermögen gehört nicht nur die Bereitschaft, schlechte Entscheidungen zuzugeben, sondern auch, sie wieder gut zu machen und aus Erfahrungen zu lernen. Mit diesem Wissen ausgestattet, sind die Teilnehmer in der Lage, ihre Entscheidungsprozesse und ihr Urteilsvermögen zu verbessern.

Das Hogan Judgement Model bietet einen neuen und umfassenden Ansatz, Urteilsvermögen und Entscheidungsstile zu testen. Im Gegensatz zu anderen Methoden beinhaltet unser Modell eine kritische Komponente, die den meisten anderen Ansätzen fehlt: Wie geht eine Führungspersönlichkeit mit Feedback auf die eigenen schlechten Entscheidungen um? Deshalb endet ein Entscheidungsprozess nicht mit dem Treffen der Entscheidung, sondern erst, wenn die Führungsperson das Resultat analysiert hat, besonders dann, wenn das Ziel verfehlt wurde. Dahinter steht die Auffassung, dass das menschliche Urteilsvermögen nur durch Lernen aus Erfahrung und durch negatives Feedback verbessert werden kann.

Dieses Modell versucht keinesfalls, den Einzelnen in gute und oder schlechte Entscheidungstreffer einteilen, denn eine derartige Kategorisierung ist für die berufliche Entwicklung wertlos. Schließlich trifft jeder Mensch gute und schlechte Entscheidungen. Das Modell und der dazugehörige Bericht will den Betroffenen ein besseres Verständnis ihrer Stärken und Schwächen im Vorfeld oder bei der Nachbereitung ihres Entscheidungsprozesses geben, ein Verständnis dafür, inwiefern ihre Entscheidungsprozesse bestimmten Aufgaben und Berufsprofilen entsprechen und wie Befangenheiten, die eventuell das Urteilsvermögen trüben, überwunden werden können.

Informationsverarbeitung Entscheidungsansatz Reaktionen auf Feedback

verbale Information(en) vs. numerische Information(en)

gefahrenvermeidend vs. gewinnsuchend

abwehrend vs. besonnen

taktisch vs. strategisch

verleugnend vs. akzeptierend

datengesteuert vs. intuitiv

oberflächlich vs. aufrichtig